Von Seelöwen und Seemannsgarn

Start-Up-Treffen auf dem Campus

Fast 300 Gründungsinteressierte kamen ins Audimax, um sich von jungen und unerschrockenen Start-Ups anzuhören. Foto: Hochschule Flensburg

Zuschauerrekord: Fast 300 Gründungsinteressierte kamen ins Audimax, um sich bei Fingerfood und kühlen Getränken Geschichten von jungen und unerschrockenen Start-Ups anzuhören.

Als durchlässigste Grenze Europas hat die deutsch-dänische Grenzregion fast 100 Jahre lang das Zusammenleben und den kulturellen Austausch erproben können. Das gemeinsame Leben ist geprägt von einer Offenheit, viel Unterstützung und vor allem Kooperation. Dass es davon allerdings noch viel mehr geben könnte und es bisher noch nicht ausreichend gelebt wird, macht Jørgen Mads Clausen in seiner Rede bei der „conVenture – nordic Start-Up convention“ auf dem Flensburger Campus deutlich. Der Aufsichtsratschef der dänischen Firma Danfoss will mit seiner Vision des Digital Valley die Grenzregion noch viel enger zusammenrücken lassen. Er wolle die Region endlich als Ganzes verstanden wissen. In seiner Keynote erzählt er die Gründungsstory seines Vaters und wie er selbst die Gründung von Danfoss miterlebt hat. Doch auch der weltweite Erfolg seines Unternehmens lässt Jørgen Mads Clausen nicht den Drang nach „mehr“ nehmen und er ist stets weiter auf der Suche nach Innovationen. So erzählt er auch von seinem neuen Baby: SaltPower. Mit SaltPower wird Energie aus Salzstöcken und -kissen gewonnen. Für dieses Start-Up hat Clausen direkt starke Partner an Land ziehen können: neben Danfoss auch Toyobo, ein japanisches Unternehmen.

Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs aus dem Wirtschaftsministerium des Landes Schleswig-Holstein hatte sich bereits auf dem Nordischen Abend der Hochschule Flensburg beeindruckt von dem Gründungsgeschehen rund um Flensburg gezeigt. Bei der conVenture wurde er von Johannes Hartwig vertreten, der in seinen Grußworten auf die herausragenden Schleswig-Holsteinischen Angebote in der Start-Up Szene einging.

Im kommenden Jahr wird es ein neues VentureWærft-Event geben, das dieses Mal als kleinere Version getestet wurde. Der VenturePitch lehnt sich dabei an das bekannte TV-Format „Die Höhle der Löwen“ an und bietet jeweils einem Start-Up aus Deutschland und aus Dänemark die Möglichkeit, ihre Idee vor drei Experten aus der Region zu präsentieren. Als „Seelöwen“ fungierten Georg Banner für die MBG SH, Dr. Peter Rehders für die Baltic Business Angels SH und Stig Poulsen für den Vækstfonden. Entgegen des TV-Formates geht es im VenturePitch nur um Erfahrung und Feedback und nicht um eine konkrete Beteiligung an den Start-Ups.

WaterInstinct aus Deutschland und coduction aus Dänemark stellten sich den drei Seelöwen und knapp 300 Zuhörer*innen. Sieben Minuten hatten die Start-Ups Zeit, um von ihrer Idee zu überzeugen und danach den Fragen der Experten Stand zu halten. Im kommenden Jahr wird der VenturePitch weiter ausgebaut und als eigenes Veranstaltungsformat ausgetragen.

Geschichten aus dem wahren Leben eines Start-Ups sind Herzstück der conVenture: Hier wird kein Seemannsgarn erzählt, hier kommt das wahre Leben eines Start-Ups ans Tageslicht – und mit allen Höhen und Tiefen. Der Titel der Start-Up-Story von Kenneth Madsen (DXTR Labs) machte mit „Startups are ugly“ Schluss mit dem Klischee, dass es in Start-Ups immer nur rosig und cool zugeht, immer nur Tischkicker gespielt und zusammen gekocht wird. Start-Ups arbeiten hart an ihrem Unternehmen, da fliegen auch mal die Fetzen im Team, es fließen Tränen und manchmal muss man sich von Mitstreitern trennen. Einen aufregenden Weg hat Kenneth mit seinem Start-Up schon hinter sich und doch noch so einen langen Weg mit tollen Partnern wie Walt Disney und einem zweiten Firmensitz in San Francisco vor sich.

Die beiden Hamburger*innen Madeleine von Hohental und Benjamin Wenke (Bracenet) geben mit „Bracenet: Save the Seas. Wear a net.“ einen Einblick in die Upcycling-Welt. Davon geträumt haben sicherlich schon viele, die Meere zu retten, doch als soziales Unternehmen ist das sicherlich ein ambitioniertes Ziel. Mit großartigen Partner*innen haben Madeleine und Benjamin die ersten Schritte gemeistert und verkauften auch auf dem Start-Up Pier ihre Bracenets an Teilnehmer*innen.

Wie es schon seit Jahren Tradition ist, wird nach den Start-Up-Stories das eine oder andere Gespräch bei Snacks und Drinks vertieft. Über ein Dutzend Start-Ups stellen sich den interessierten und neugierigen Fragen der gründungsinteressierten Teilnehmer*innen. Highlight war dabei sicher wieder der Stand von BlackBox Classics: Für die Oldtimer-Fans unter den Teilnehmer*innen gab es eine Ente zum Testsitzen. Der Start-Up Pier bei der 13. Ausgabe dieser Netzwerk-Veranstaltung war mit Abstand der bunteste – von Schmuck und Kleidung über Recyceltes, ein Laufrad und die Ente waren ebenso IKEA-Cover, ein veganer Catering-Service und Ideen aus dem IT-Bereich zu sehen.

Exklusiv für VentureWærft-Start-Ups aus den Docks gab es die Möglichkeit direkt vor der conVenture an einem Pitch-Training inklusive Videoanalyse teilzunehmen. Beim „Acoustic Charisma Profiling and Training“ legte Oliver Niebuhr (SDU) bei diesem Pitch-Training einen besonderen Schwerpunkt auf das richtige Einsetzen von Sprache.

Information:
Die conVenture ist die Netzwerkveranstaltung rund um das Thema Start-Up in der deutsch-dänischen Grenzregion, auf der sich Start-Ups, Gründungsunterstützer*innen, gestandene Unternehmer*innen, Investor*innen und Gründungsinteressierte treffen. Im Fokus stehen neben zwei Start-Up-Stories junger Gründer*innen das Netzwerken und so auch die Start-Up Pier, eine kleine Messe mit regionalen Campus-Gründungen. Die Veranstaltung findet auf Englisch statt. Mehr Informationen über die VentureWærft und die conVenture gibt es unter www.venturewaerft.com.

Die conVenture ist ein gemeinsames Event der deutschen und dänischen VentureWærft-Docks: Dr. Werner Jackstädt-Zentrum für Unternehmertum und Mittelstand Flensburg, Industrie- und Handelskammer zu Flensburg, Technologiezentrum Flensburg, Syddansk Universitet (Entrepreneurship Labs & Mads Clausen Institute) und Sønderborg Iværksætter Service. Neben diesen Partner*innenn besteht die VentureWærft auch aus erfahrenen Unternehmer*innen und Start-Ups aus der Region. Die VentureWærft wird dabei durch das Projekt Grenzland INNO-VATIV Schleswig-Holstein unterstützt, gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz.

Text: Hochschule Flensburg

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