Stexx

Bild: Firebird Productions

Stexx? Noch nie gehört. Was soll das denn sein? Na ja. Auftrag ist Auftrag. Kann ja nicht so schwer sein. Also ab an den Rechner, denn mein guter Freund Google hat mich noch nie enttäuscht. Das Suchfeld erscheint in meinem Browserfenster und ich tippe den Namen Stexx in das Feld. Doppel x am Ende, klingt irgendwie als ob es etwas unanständiges sein könnte. Das erste was mir die Suchmaschine anzeigt ist eine österreichische Homepage, welche Chili-Setzlinge und Hanf-Zierpflanzen vertreibt. Das kann es nicht sein. Ich scrolle weiter. Nach den gefühlten ersten 20 Seiten, welche mir die Suchmaschine vorschlägt, stoße ich auf ein YouTube Video. „Sie tanzt“ ist der Titel. Mal drauf klicken. Okay… netter Piano Sound. Komische Frisur… und diese Fusseln im Gesicht. Na ja, muss ja jeder selbst wissen. Ein Rapper also. Ich habe schon sowas befürchtet… und das die immer solche Cappys tragen müssen… oh man. Modegeschmack ist an denen wohl vorbei gegangen. Gut, er labert da irgendwas von Liebe und so… bla bla bla. Ich schaue mich etwas auf seinem YouTube Channel um. Alles uralte Songs. Lediglich zwei Musikvideos aus diesem Jahr. Wirklich aktiv scheint er ja nicht zu sein. Ein Musikvideo, welches Flensburg zeigt. Okay, scheint dort wohl ansässig zu sein. Ist ja auch wirklich ein netter Fleck Erde. Aha. Eine Facebook Seite hat er also auch. Na, dann schauen wir uns doch mal um. Selbstbeschreibung: Stexx - macht Rapzeugs und so. Wow… das gibt mir natürlich genau die Informationen, die ich gerade benötige. Okay. Er scheint schon mal hier etwas aktiver zu sein. Einige Songs, die man sich auf Soundcloud (eine Streamingplattform für Musik) anhören kann. Irgendwas von Endzeit, irgendwas von Missständen und anderes Zeug. Viele Klicks hat er nicht gerade. Scheint nicht unbedingt ein Durchstarter zu sein. Und die Stimme klingt so kratzig. Als ob er sich beim Rappen die Seele aus dem Hals schreit. Okay, thematisch muss ich sagen sind schon einige tiefgreifendere Sachen dabei. Ich habe zuerst befürchtet, dass es nur um heiße Frauen und Drogen gehen würde. Fehlanzeige. Ich scrolle nochmal weiter die Facebook Seite lang. Ein paar nette Fotos von Videodrehs, ein paar Ankündigungen zu Konzerten. Ein Foto des „Aufnahmestudios“, welches sich offensichtlich in einem WG-Zimmer befindet. Sehr professionell. Schwer diesen Typen zu beschreiben. Deshalb kann ich euch nur empfehlen, euch selbst ein Bild zu machen.

Peace, euer Stexx ;)

Ihr findet mich unter:
facebook.com/stexxrap
soundcloud.com/stexx-965071469
www.youtube.com/user/FuriousExx

Salamanda

Foto: Benjamin Axtmann

„Wieso heißt ihr Salamanda?“
„Was macht ihr für Musik?“
„Woher holt ihr eure Inspiration?“


Auf die wohl am häufigsten gestellten Fragen haben die fünf Jungs von Salamanda, um das Songwriter-Duo Leon Mancilla & Leon Kraack, selten eine konkrete Antwort parat. Ihnen macht es offensichtlich mehr Spaß ihre Musik zu spielen, als über sie zu reden. Dabei ist das Ganze ja gar nicht so kompliziert, wie diese Kunstköppe es einem manchmal machen wollen. Der Name sei eine Anlehnung an den Song „Salamanda Palaganda“ von Marc Bolan (T. Rex) und nicht weiter bedeutungsvoll als ein gemeinsamer Nenner der Geschmäcker, so wie ein schönes Wort.

Reden wir über Salamandas Schaffen, so sehe ich da vor allem irgendwie neue Musik. Kontrolliertes Chaos. Mal Rock, mal Pop, meistens verspielt. Inspiriert vor allem vom Leben, mal stumpfer, mal tiefer. Ihre bisherigen Werke, bestehend aus dem Debütalbum von 2015 „Follow the Tribe“, und der aktuellen Veröffentlichung der EP „Daddy Punk/Baby Love“, ist facettenreich. Es erstreckt sich über viele Genres und die erzeugten Klänge erinnern an verschiedene Musikperioden, somit verständlich, dass die Band sich bei der Konkretisierung einer Antwort schwer tut. Man könnte sagen, die Band probiert sich aus und sucht nach ihrem Stil.

Salamanda selbst sagen jedoch, sie sehen einfach nicht den Sinn im Stillstand und wollen ihrem Projekt möglichst keine Grenzen setzen. Heißt für mich, es wird weiterhin neue Musik zu hören geben und so viel ist sicher: Salamanda sind Meister der Tarnung und am aller geringsten daran interessiert, sich in den eigenen Schwanz zu beißen.

Ein Kommentar von Sebastian Amber zur Flensburger Band Salamanda.

Andreas Liebert

Wenn ich mich vorstellen darf, mein Name ist Andreas Liebert. Aufgewachsen zwischen Naherholungsgebiet und Autobahnausfahrten im Norden Bayerns. In meiner Musik werden Saiten zur Melodie gedrückt, Tasten für Elektronik geklickt. Auf meine ersten Küsse, den ersten stammelnden „Das wird nichts mehr“-Sätzen, dem „Buchstaben über der Stadt“-Album von Tomte, und den vollgetippten Worddokumenten folgten die ersten Musikstücke. Mit Stützrädern, allein daheim, nur hörbar im Wohnungsflur und durch die geschlossene Zimmertür.

Nach zahlreichen Wohnungswechseln, angekommen in Lübeck mit 2014 am Ende des Datums. Eine junge „Das wird nicht mehr gut“-Formulierung, die Empfindungen dieser Wochen, auf Papierrückseiten notiert. „Wiederhole deinen Namen, im Taxi gegenüber, will ihn morgen wissen, egal wie viel Bier“, heißt es in dem Song „Tümmler“. Der erste, der seinen Weg in mehr als zwei Ohren fand. Eine Schilderung vom ersten Hallo bis zur Einsicht, dass es nicht mehr gut wird. Vorkommnisse, die erst verstanden & beschrieben werden, als sie vorbei waren. Eben das ist der dünne rote Faden, der sich durch die Musikminuten zieht.

Die Phasen vergingen, die Empfindungen versteckt hinter Ablenkungsmanövern. Die Schönheit an gefühlsbetonten Texten mit Musik ist die Zeitlosigkeit, die diese umgibt. Niemand wartet darauf, aber jeder stellt sich ihnen in den Weg, wenn es soweit ist. Vielleicht auch deswegen liegt zwischen dem elektronisch verziertem „Tümmler“
und der Debüt-EP „Durchgelebt“ mehr als ein Jahr. Linus Volkmann, Musikjournalist urteilte: „Die Musik wirkt ein bisschen aus der Zeit gefallen, aber gerade deshalb sehr angenehm“ und zieht einen Vergleich mit Blumfelds Jochen Distelmeyer. Das Intro Magazin ergänzt: „Clickclickdecker nicht unähnlich, mischt Andreas Liebert geschickt Akustikgitarre mit sparsamer Elektronik und schafft so einen Sound, der gleichermaßen kontemplativ wie treibend wirkt. Das ist richtig prima und viel origineller als der etwas fantasielose Standard-Rock von beispielsweise Olli Schulz oder Thees Uhlmann.“

Es wird sich hier nicht an den klassischen Satzbau gehalten und verquer, doch nachvollziehbar Geschichten erzählt, sodass du und ich anstandslos weiter summen werden und die Hoffnung auf den Abend bestehen bleibt, an dem man nicht mehr alleine nach Hause torkelt. Vielleicht. Im vergangenen Jahr in Flensburg angekommen, mit Fördeblick in Küche & Bad. Es wird zum schnellen Wind flaniert, Dinge konstantiert und die Inhalte der nächsten Songs gelebt. Die Liebe zur Feinheit und der Umgang mit den Schwächen, eine grundehrliche Reise durch ein vorgelesenes Logbuch der Lebensphasen. Seid eingeladen mich bei einer abendlichen Erzählung dieser Reise zu begleiten.
Andreas Liebert
www.andreasliebert.de
www.facebook.com/andreasliebertmusik