Auslandssemester

Zu Besuch in Frankreich - Part 2

“Warum Frankreich mehr ist als Paris, Eiffelturm und Croissants!”

Bist du immer noch am Überlegen, ob du dich für ein Auslandssemester bewerben solltest, oder hast du es schon und hast Fragen und Zweifel, wie wir sie auch hatten? In der letzten Ausgabe haben wir dir unser Auslandssemester in Frankreich vorgestellt. Nun sind wir wieder zu Hause und teilen unsere Erfahrungen mit dir, indem wir die meistgestellten Fragen, die man zu Hause von allen Seiten kriegt, gesammelt und aus unserer Sicht beantwortet haben.

Warum sollte man ein Auslandssemester machen?

• Der allererste Grund, der vielen einfallen wird, sind die Erfahrungen, die man in solch einer Zeit sammelt. Darunter gehören die Studienerfahrungen, aber auch die alltäglichen Erfahrungen, die auch oft außergewöhnlich sind.

• Natürlich gehören zu den Erfahrungen auch andere Menschen, die man dort trifft, mit denen man neue Freundschaften schließt und einige davon auch mit nach Hause nimmt und im Kontakt bleibt. Durch die gegenseitige Verbindung während des Auslandssemesters wächst die Freundschaft schnell zusammen und man erlebt das besondere Ausland zusammen, was immer eine Bindung sein wird.

• Außerdem ist es ein anderes Leben, du kommst aus deinem normalen Alltag raus und erlebst einen ganz anderen, aufregenden und vielfältigen Tagesablauf.

• Neben den Erfahrungen, Erlebnissen und Abenteuern, welche man für sich selbst macht, und den hoffentlich langen Freundschaften, die man schließt, hat es noch einen weiteren positiven Effekt: Ein Auslandssemester macht sich sehr gut im Lebenslauf. Es mag bestimmt nicht für alle zukünftigen Arbeitgeber eine große Rolle spielen, aber eine internationale Station im Lebenslauf kann dir nicht jeder nachmachen. Es zeigt, dass du dich “was getraut” hast und, dass du bereit warst, deinen Horizont zu erweitern – was von vielen Arbeitgebern positiv bewertet wird.  Auch ist dann schnell die Frage obsolet, ob du eine Sprache wirklich sprechen kannst, wenn du in dieser Sprache studierst hast.

• Selbstfindung ist ein anderer Grund, der viele abschreckt und gleichzeitig fesselt. Durch das ganz andere Leben, einen anderen Alltag und die eigene Verantwortung, die du für dich selbst hast, hast du viel mit dir selbst zu tun. Du hast alle Zeit und Möglichkeiten, über deine Zukunft, dich selbst und deine Wünsche nachzudenken. Oft fallen dir dann Sachen auf, die du gerne ändern würdest, weil du viele Alternativen und Möglichkeiten siehst.

• Mehrere Monate in einem anderen Land – wer kriegt denn da keine Urlaubsgefühle? Dein Alltag fühlt sich entspannt und aufregend an, alles um dich herum ist neu und interessant – ganz wie im Urlaub! Da steigt die Motivation!

• Einer der wichtigsten Gründe für ein Auslandssemester im Studium ist, dass du nur als Student solche Möglichkeiten hast. In den meisten Ländern hast du Vorteile als junger Student und die Unterstützung von ERASMUS und zwei Universitäten bilden einen sicheren Halt. Mehrere Monate zu “verreisen” ist in den meisten Berufen nicht möglich – und wann kann man das sonst machen, wenn nicht in den jungen Jahren?

• Zuletzt einer der wichtigsten Gründe: Es wird bezahlt! Durch die Uni-Patenschaften eurer Hochschule oder Universität bekommst du die Möglichkeit, an Schulen oder Universitäten zu studieren, wo du sonst ein paar Tausend Euro (pro Semester!) zahlen müsstest. Die Erfahrung an einer Privatuniversität oder -schule zu studieren, ist auf jeden Fall eine ganz andere. Privatschulen haben oft den Vorteil, dass sie viele Kontakte und Kooperationen zu Firmen und Unternehmen haben, welche dir nicht nur beruflich weiterhelfen können, sondern dir auch eine ganz neue Perspektive schaffen können. Aber selbst wenn du an einer anderen staatlichen Universität studieren willst, gibt es mehrere Stipendien – vor allem in Europa ist natürlich das ERASMUS-Programm sehr bekannt (aber Vorsicht, ihr kriegt die finanzielle Unterstützung in 2 Raten, und nicht pro Monat, also nicht alles auf einmal ausgeben).

Was nimmt man mit in die Heimat?
Was vermisst man?

• Neue Perspektiven und Einblicke in verschiedene Kulturen und Sitten sowie ein ganz anderer Alltag erweitern den eigenen Horizont und lassen dich dein Leben zu Hause von einer ganz anderen Seite betrachten.

• Wenn du wieder zu Hause bist, wirst du merken, dass man manche Sachen immer mit dem Auslandssemester verbinden wird und sie einen ganz besonderen Platz in deinem Herzen
und Erinnerungen einnehmen werden. Wir werden unseren Aufenthalt immer mit Cidre verbinden und denken oft an besondere Erlebnisse zurück, wenn wir hier ein Glas (oder auch drei) trinken oder eine Flasche im Supermarkt sehen.

• Man freut sich auf Sachen, von denen man nie gedacht hätte, dass man sie vermissen wird, wie zum Beispiel den Kleiderschrank, das eigene Kissen oder auch den eigenen Schreibtisch und all das Zeug, was du nicht mitgenommen hast.

• Nach solch einer aufregenden Zeit hat man auch neue Freunde und Bekanntschaften geschlossen, die man immer mit dem Auslandssemester verbinden wird. Durch die heutigen Möglichkeiten des Kontaktes behält man auch viele der Bekanntschaften!

• Ob du nun zurück zu deinen Eltern ziehst, zurück in die WG oder in deine eigene Wohnung – sei dir gewiss, dass du dich wieder umstellen musst. Die Routine, die du im Ausland hattest, seien es die Essenszeiten, wann du aufstehst oder Ähnliches, du bist nicht mehr da und musst dich wieder umstellen. Manches vermisst du und bei manchen Dingen freust du dich, dass sie wieder so sind, wie sie sind. Aber eines passiert auf jeden Fall, die Routine verändert sich.

• Man vermisst es, weg von allen Sorgen zu sein, die einen zu Hause erwarten, oder einfach wieder den Alltag in dem anderen Land zu erleben.

Wie ist es, nach Hause zu kommen?

• In der Kennlernveranstaltung an der Partneruni wurde uns direkt am Anfang gesagt, dass zu Hause ein “Tief” kommt – weil alles auf einen herunterfällt und man sich umorientieren muss.

• Es ist ein seltsames Gefühl, nach all der Zeit wieder zu Hause zu sein. Man muss sich da erstmal dran gewöhnen, vor allem an all die Sachen, die man zu Hause hat. Am Anfang glaubt man auch nicht, dass man wieder da ist, vieles fühlt sich surreal an.

• Alle freuen sich, dass man wieder da ist, man kriegt viel Aufmerksamkeit und es werden viele Fragen gestellt.

• Ziemlich schnell fühlt es sich so an, als wäre man nie weg gewesen, auch wenn man es immer noch verarbeitet.

• Für uns beide war eines klar, wir werden sehr viel zu tun haben, wenn wir wieder da sind. Arzttermine, Familienbesuche, Post durchgucken und vieles mehr. Alles wartet auf dich zu Hause, also mit viel entspannter Zeit bei Mama und Papa wird es erstmal nichts, aber vielleicht kommt das auch auf dich drauf an, wie viel Stress du dir in der ersten Zeit zu Hause wieder machst. Versuch nicht, alles gleich in den ersten Tagen zu erledigen, das geht nur nach hinten los.

• Etwas, was wir nicht erwartet haben, ist, dass es in Frankreich keinen Glühwein für zu Hause zu kaufen gibt – auf Nachfragen an Verkäufer wurde man schief angeguckt und auf normale herkömmliche Weine verwiesen, die man zu Hause erhitzen könne. Glühwein gab es so nur auf Weihnachtsmärkten zu kaufen.

• Solltest du unter Laktoseintolerzanz leiden hier ein Tipp: Solltest du deine Tabletten zu Hause vergessen haben, hast du nun schlechte Karten, denn in Frankreich scheint es die nirgends zu geben. Weder in Supermärkten oder Einkaufszentren gab es sie. Und auch in der Apotheke wurde mit “Was, wofür brauchen Sie die?” geantwortet. Also nimm genug mit (außerdem: Auch in Spanien oder Mexiko hat man noch nie von solchen Tabletten gehört …)

•  Anders als in Deutschland, muss man die Hand heben, wenn ein Bus kommt. Wenn keine Hand gehoben wird, fährt er einfach an der Haltestelle vorbei.

• Restaurants sind sonntags meistens zu und schließen auch am Nachmittag täglich

• Wenn wir eines hier in Flensburg gewöhnt sind, dann gutes Bier und das zu einem guten Preis. Sei es unser Wahrzeichen, das “Flens” oder das “Slots”, Bier gibt es günstig und überall. In Frankreich gibt es das auch, aber du zahlst da gerne mal fast 3 € für eine Flasche.

• Lebensmittel sind sehr teuer und sehr oft steht man vor dem Regal und kann den Preis nicht glauben.

• Auch wenn in Frankreich, vieles oder gar das Meiste teurer ist, es gibt zwei Dinge, die sind gratis: Wasser in Restaurants und Eintritt in Museen für Studenten. Also keine Angst, wenn du mal was essen gehen willst und du willst eigentlich nichts an Getränken – Wasser ist kostenlos! Sei es das berühmteste Museum der Welt oder eine kleine Kunstgalerie, in Frankreich zahlt man als Student (mit gültigem Nachweis …) nichts.

• Viele andere Kleinigkeiten oder die Tatsache, dass man zu sehr an die deutsche Arbeitskultur gewöhnt ist, sodass es einen als erstes schockiert, wie flexibel Öffnungszeiten sein können, wie lange man auf eine Antwort warten kann und wie selbstverständlich es dort ist, dass die Gastronomie am Sonntag zu hat. Man sieht, dass das Klischee, dass in Deutschland viel gearbeitet wird, wahr ist.  Zum Beispiel haben wir einen Brief an den Weihnachtsmann in einem Briefkasten für Groß und Klein geschrieben, der mit einer Antwort an Jeden geworben hat – nun ja, keiner von uns hat eine Antwort bekommen :D

• Frankreich, das Land der Weine! Wer lieblichen Wein möchte – lieber aus Deutschland importieren, in Frankreich sind 99 % der Weine trocken. Eine schöne Alternative ist der Cidre.

• In Frankreich gibt es keine Götterspeise – gut, das mag für die meisten nicht so lebenswichtig sein, aber wir wollten es dir nicht vorenthalten. 

• Das Klischee der Franzosen über ihre Sprache ist wahr. Wenn du sagst, du verstehst kein Französisch, nicken sie und reden weiter auf Französisch. Ohne einige Kenntnisse des Französischen könnte es schwierig werden, aber klappt bei vielen auch so.

• Im Vergleich zu den deutschen Weihnachtsmärkten sind die in Frankreich sehr klein und mit weit weniger Auswahl als unsere. Das Besondere: Es gibt Churros … Überall.

10 Sachen, die wir dir mit auf den Weg geben möchten

1.
Finde den richtigen Mix aus Freizeit und lernen – es geht
beides … ihr seid da, um die Zeit zu genießen, aber auch
um sie produktiv zu nutzen.

2.
Probiere neues: Ob Essen, Trinken oder irgendwelche
Sehenswürdigkeiten – mach es, du ärgerst dich nur später,
wenn du es nicht tust. Wir alle kennen den Spruch:
Träume nicht das Leben, sondern …

3.
Sprich die Leute an – manche sind zu schüchtern und würden
dich nicht ansprechen, auch wenn sie es wollen.

4.
Wie überall gibt es Bereiche in der Stadt, die nicht immer sicher
sind, guck dir das vorher an und geh dann nicht allein.

5.
Mach Bilder – am Ende sind es immer zu wenige!

6.
All der Stress vorher lohnt sich und im Nachhinein ist es echt
nicht so viel, wie es immer gesagt wird :)

7.
Anpassungsprobleme sind normal – nicht verzweifeln und denk dran, es geht allen so, du bist da nicht allein!

8.
Kauf dir Unimerche oder Souvenirs – nach dem Semester
wecken sie warme Erinnerungen!

9.
Bei Problemen sofort Hilfe suchen – Partneruni oder unsere Uni helfen im Normalfall immer.

10.
Genieß es – es kommt so schnell nicht wieder!

 

Text & Fotos: Alina Winschu & Kenneth Will

 

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