Drei Jahre Flensburg

Ein Fazit

Foto: Pixabay

Als ich 2019 nach Flensburg zog, um an der Europa-Universität zu studieren, wusste ich herzlich wenig über die Stadt. Die „erste Stadt Dänemarks“ und die Heimat des „Flensburgers“, aber mehr war mir eigentlich nicht bekannt. Dabei ist Flensburg von Kiel gar nicht so weit weg. Nach nun drei Jahren in dieser Stadt ist es jedoch an der Zeit, einmal ein Fazit zu ziehen, bevor es gen Süden weitergeht.

Gegensätzlich zur herrschenden Meinung kommt es manchmal eben doch auf die Größe drauf an. Flensburg spaltet die Gemüter. Die wunderschöne Altstadt mitsamt ihren alten Fachwerkhäusern und Höfen lädt nicht nur zum Geldausgeben und Schlendern ein, sondern ebenfalls zum Beschäftigen mit der Historie.

Die ehemalige Rum-Hauptstadt der Welt bietet einige interessante Anekdoten und geschichtliche Ereignisse, welche die Stadt bis heute prägen. Wer jedoch während des Studiums auf ein belebtes Nachtleben und Großstadtflair hofft, wird eher anderweitig fündig. Dafür ist Flensburg einfach zu klein. Auch trifft man dauernd jemanden, den man kennt. Ob dies nun für oder gegen die Größe der Stadt spricht, sei jedem selbst überlassen.

Die Stadt an sich ist jedoch auf jeden Fall einen Besuch Wert und überzeugt mit einem gut ausgebauten ÖPNV-Netz sowie abwechslungsreichen Stadtteilen. Auch die Strände an beiden Seiten der Förde ziehen vor allem im Sommer Menschenmassen an. Die Nähe zu Dänemark ist ein weiterer positiver Faktor. Innerhalb einer halben Stunde ist man in Apenrade oder Sonderburg und in einer Stunde in Kolding. Einfach mal raus und in ein anderes Land reisen? In Flensburg ist das möglich! Aber Vorsicht, an Samstagen kann man in der Flensburger Innenstadt sehen, warum Flensburg die „erste Stadt Dänemarks“ genannt wird.

Mögliche Aktivitäten für die jüngeren Generationen sind in Flensburg leider wenig vertreten. Das bereits angesprochene weniger vielfältige Nachtleben ist dabei vor allem am Wochenende zu spüren. Aber auch so sind über die üblichen Aktivitäten und Zeitvertreibe hinaus, wie Billard, Bowling oder Escape-Room, wenig außergewöhnliche Dinge zu unternehmen.

Für den sportlichen Zeitvertreib bietet Flensburg jedoch neben Schwimmbädern oder Sportkursen an den Hochschulen, besonders schöne Lauf- und Joggingrouten sowie an der Küste entlangführende Radwege. Nicht umsonst stößt man in Richtung Langballig auf eine Fahrradgruppe nach der anderen. 

Auch zum Studieren ist Flensburg die richtige Wahl. Ob nun Hochschule oder Universität, insbesondere das Lehramt ist überall in Deutschland hoch angesehen. Die Größe der Hochschulen sowie des Campus ermöglichen es, viele Leute kennenzulernen und die Mitstudierenden aus dem eigenen Studiengang zumindest vom Sehen her alle zu kennen. In Flensburg ist nun mal alles ein wenig kleiner, was sich auch in der Größe des Campus widerspiegelt, welcher das jedoch durch seinen großen Anteil an Natur wieder wett macht. So lässt es sich nach einer anstrengenden oder einschläfernden Vorlesung perfekt auf den Wiesen hinter den Gebäuden entspannen.

Das Wichtigste jedoch zum Schluss: Du freust dich auf einen schönen und langen Sommer? Tagelang kein Regen und die Möglichkeit, abends noch lange draußen mit Freunden zu sitzen? Dann bist du in Flensburg leider falsch. Sorry Flensburg, aber die Wahrheit tut weh. Leider regnet es hier gefühlt dauernd und einen langen Sommer bekommt man hier auch nicht.

Also mein Fazit nach drei Jahren Flensburg lautet wie folgt: Die Stadt ist wunderschön und strahlt mit ihrem eigenen Charme eine große Ruhe und Entspanntheit aus. Allerdings ist die eher geringe Größe der Stadt mit ihren rund 80.000 Einwohnern an der einen oder anderen Stelle deutlich spürbar. Nichtsdestotrotz vergehen hier drei Jahre wie im Flug und ehe man sich versieht, hat man auch hier den Partner fürs Leben gefunden.

Kenneth Will

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