EUF gewinnt Wettbewerb „Eine Uni – Ein Buch“

Hartmut Rosas „Unverfügbarkeit“ im Herbstsemester

Foto: Europa-Universität Flensburg

Flensburg (mm) - Die Europa-Universität Flensburg (EUF) hat im Wettbewerb „Eine Uni – Ein Buch“ von Stifterverband und Klaus Tschira Stiftung gewonnen. Ein Semester lang wird sich die EUF in verschiedenen Aktionen mit Hartmut Rosas Buch „Unverfügbarkeit“ beschäftigen.

Die EUF ist damit eine von zehn prämierten Hochschulen und bekommt 10.000 Euro für die Umsetzung ihres Projekts. „Mit dem Begriffspaar Verfügbarkeit/Unverfügbarkeit gibt uns Hartmut Rosa Werkzeuge an die Hand, zentrale Phänomene der gegenwärtigen Gesellschaft zu begreifen“, heißt es in dem Antrag der EUF.

Der Jenaer Soziologe Hartmut Rosa hat sich intensiv mit den Zeitstrukturen moderner Gesellschaften befasst und Beschleunigung als Kernelement jeglicher Modernisierung identifiziert. Nach seiner Analyse führt Beschleunigung zu einer "Steigerungslogik", in deren Folge Menschen die Welt nur noch instrumentell begreifen. Damit kappen sie den lebendigen, vibrierenden Draht zu sich und der Welt. Entfremdung ist die Folge, Entfremdung, die sich auch in ohnmächtigem politischen Aggressionsverhalten niederschlägt.

Seine „Soziologie der Weltbeziehung“ und insbesondere sein Essayband „Unverfügbarkeit“ stellen damit Fragen, die nicht nur privat, sondern auch politisch bedeutsam sind: Wie gelingt gute Weltbeziehung? Wie führt man ein gutes Leben? Was kann man Zeitknappheit, Atemlosigkeit und dem Gefühl dauernder Überforderung entgegensetzen?

Diese Fragen sind für alle Menschen bedeutsam und breit anschlussfähig. Deshalb möchte die EUF sich mit dem Buch in den drei Bereichen „Bildung, Kunst und Gesundheit“ auseinandersetzen:
- Das Buch soll in die Lehre in integriert, mit internationalen Studierenden und Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftlern diskutiert und in einer öffentlichen trans- und interdisziplinären Ringvorlesung beleuchtet werden.

- Künstlerische Formate der Auseinandersetzung sollen unter anderem gemeinsam mit den Teilstudiengängen „Darstellendes Spiel „und „Kunst“ entwickelt werden
- Beschleunigung und technischer Fortschritt und die daraus resultierenden Optimierungszwänge führen nicht nur nach Hartmut Rosa zu Burn-out und Depressionen. Die Folgen sind für Personal und Organisationen oft schmerzhaft und teuer. Gemeinsam mit den Personalräten soll der Frage nachgegangen werden, wie die Universität zu einem resonanten Arbeitsplatz werden könnte.

Uni-Präsident Prof. Dr. Werner Reinhart freut sich, „dass wir mit dem Projekt Eine Uni – Ein Buch die Möglichkeit erhalten haben, uns mit der Frage auseinandersetzen zu können, wie wir trotz Wachstumszwängen und Optimierungsdruck wieder lernen können, sensibler mit Welt umzugehen.“

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