FabLab hat sich an Flensburger Schulen etabliert

Ideenreicher Unterricht

Technik zum Anfassen: Viele Schülerinnen und Schüler kommen auch in den Ferien ins IDEENREICH. Fotos: Gatermann/Hochschule Flensburg

Die gestalterische Auseinandersetzung mit der Technologie steht im Fokus: 13 Schulen haben bisher Projekte in Zusammenarbeit mit dem IDEENREICH durchgeführt.

Flensburg (mm) - In den vergangenen 3,5 Jahren hat sich das FabLab IDEENREICH der Hochschule Flensburg zu einem außerschulischen Lernort für Schulen aus der Region entwickelt.

Was haben sie nicht schon alles entwickelt, gebaut und ausprobiert: Roboter gegen Kaugummis. Eine App als Lernhilfe. Smarte Fahrradschlösser und Intelligente Mülleimer. Wenn Schülerinnen und Schüler die Schulbank gegen die Werkbank tauschen, Stifte weglegen und zum LaserCutter greifen – dann sprühen im IDEENREICH die kreativen Funken. Seit nunmehr drei Schuljahren hat sich der Besuch im FabLab der Hochschule Flensburg zu einem festen Bestandteil der Unterrichtsplanung von Schulen in und um Flensburg entwickelt.

„Wir haben uns als außerschulischer Lernort für die Region etabliert“, sagen Nele Schmidt und Franka Heers, die die Kooperation mit den Schulen aufgebaut haben. Neben freiwilligen Angeboten in den Herbst- oder Osterferien haben 13 Schulen Projekte im IDEENREICH genutzt. „Wir erarbeiten spezifische Angebote passend zum Lehrplan“, so Heers. Natürlich gebe es auch Experimente in der Schule, sagt Lehrer Gunnar Hansen. Aber mit einem 3D-Drucker zu arbeiten, einem LaserCutter – das sei reizvoll: „Technik zum Anfassen.“ Die Schüler könnten mithilfe von digitaler Technik Produkte entwickeln und diese dann auch – analog sozusagen – in der Hand halten, mögliche Fehler erkennen und digital nachbessern.   

Dabei steht nicht so sehr die Technik im Vordergrund, sondern die Umsetzung einer Idee, sagen die beiden wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Heers und Schmidt. „Die gestalterische Auseinandersetzung mit der Technologie steht im Fokus. Eine Idee wird greifbar gemacht.“ So zum Beispiel, wenn die Schülerinnen und Schüler ein Brettspiel entwickeln, in dem sie es auf dem Papier konzipieren, dann Spielfiguren und Spielbrett produzieren.

Dabei kommen nicht nur Klassen aus dem naturwissenschaftlichen Bereich ins IDEENREICH. „Wir hatten schon Kunst-, Religions- und Philosophieklassen zu Besuch“, erzählt Schmidt. Da habe man sich zum Beispiel mit der Interaktion zwischen Mensch und Computer beschäftigt. „Das sind dann Themen, die die Klassen im Unterricht vor- und nacharbeiten“, sagen Schmidt und Heers.

Zum Auftakt ins letzte volle Schuljahr während der Projektlaufzeit von „Grenzland Innovativ Schleswig-Holstein“, in dem das FabLab IDEENREICH ein Teilvorhaben darstellt, haben die beiden Wissenschaftlerinnen Lehrer zum Maker-Montag eingeladen. Es ist eine Rückschau auf vergangenen Projekte und soll fürs kommende Jahr Impulse setzen. Lehrer Holger Jessen-Thiesen ist extra aus Niebüll auf den Flensburger Campus gekommen. Er baue derzeit einen Makerspace an seiner Schule auf, will sich hier inspirieren lassen, Ideen holen für seinen Unterricht. „Durch diese Art des Lernens, Dinge in die Hand zu nehmen, vermitteln wir die Kompetenzen, die Schüler künftig brauchen.“

Das „IDEENREICH - Innovationslabor für den Norden“ ist Bestandteil des mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Rahmen der Bund-Länder-Förderinitiative „Innovative Hochschule“ geförderten Projektes „Grenzland Innovativ Schleswig-Holstein“.

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