Liberale kritisieren weiteres EUF-Digitalsemester

Probleme bei der technischen Umsetzung

Erik Jäger (li.) und Janko Koch. Foto: Liberale

Flensburg (mm) - Am 9. Juni gab die Europauniversität Flensburg bekannt, dass das Herbstsemester 20/21 ebenfalls bis auf wenige Ausnahmen digital stattfinden wird. Ausnahmen sind Laborpraktika, Werkstattlehre, Einzelunterricht und ähnliche Veranstaltungen, bei denen nicht auf Anwesenheit verzichtet werden kann.

„Dass ein ganzes Semester so vorschnell ausgelagert wird, ohne auf die Situation vieler Studenten zu schauen, ist problematisch.“, äußert sich hierzu Janko Koch, stellvertretender Landesvorsitzender der Liberalen Hochschulgruppen Schleswig-Holstein.

Die EUF ist die erste Hochschule Schleswig-Holsteins, die festlegt hat, dass das kommende Semester fast ausschließlich digital stattfinden soll. Das vorangegangene Semester fand aufgrund der Auswirkung des Lockdowns im Zuge der Coronavirus-Pandemie bereits digital statt.
Die neuesten Lockerungen des Lockdowns ermöglichen in Schleswig-Holstein unter anderem das Öffnen von Schwimmbädern, das Ausüben von Kontaktsportarten und nach den Sommerferien die Wiederöffnung der Schulen.  Auch an Hochschulen dürfen seit dem 18. Mai wieder Präsenzveranstaltungen stattfinden, insofern ein entsprechendes Hygienekonzept vorliegt.

"Dass wir nun umfassende Erfahrungen mit digitaler Lehre machen durften, ist ein Gewinn. Dennoch sehe ich kritisch, dass den Studierenden der EUF ein zweites Digitalsemester zugemutet wird.", kommentiert Erik Jäger, stellvertretender Vorsitzender der Liberalen Hochschulgruppe Flensburg.
Laut der Liberalen Hochschulgruppe könnten die neu gewonnenen Kenntnisse in der digitalen Lehre eingesetzt werden, um die Präsenzlehre auch in der Zukunft nach Corona zu ergänzen. So sei zum Beispiel die ortsunabhängige Komponente von Onlinevorlesungen gut bei der Studierendenschaft angekommen, wie die LHG Flensburg mitteilte.

“Weniger gut angekommen ist dagegen, dass viele Onlineformate schlicht an der technischen Umsetzung scheiterten.”, stellt Jäger fest. So seien viele Veranstaltungen an überbelegten Servern von Videochatdienstleistern gescheitert. Ebenso sei laut der LHG Flensburg die Kommunikation mit den Dozierenden oft erschwert gewesen.

“Auch der finanzielle Aspekt ist eine Herausforderung. Nicht jeder Student kann sich in dieser Zeit den Laptop oder die Utensilien leisten, welche es zur Teilnahme an der digitalen Lehre braucht.”, fügt Koch hinzu. Viele Studierende haben im Zuge des wirtschaftlichen Einbruchs der letzten Monate ihren Nebenjob verloren.

“Diese Herausforderungen müssen wir angehen. Wir fordern, dass die Präsenz für kleinere Vorlesungen und Seminare bis 50 Teilnehmer auf Basis eines geeigneten Hygienekonzeptes wieder hergestellt wird. Trotzdem sollten alle Veranstaltungen mit Hinblick auf die Freiwilligkeit der Anwesenheit und den Schutz von Risikogruppen weiterhin online gestreamt werden.", verkündete die Liberale Hochschulgruppe Flensburg dazu in einer Pressemitteilung.


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