SG erkämpft sich Remis gegen die Füchse Berlin

Abwehr durch Hald-Ausfall geschwächt

Die SG-Spieler bedanken sich bei den Fans. Fotos: Philippsen

Die SG-Abwehr stemmt sich gegen Mathias Gidsel.

SG-Spielmacher Jim Gottfridsson setzte in der Schlussphase wichtige Impulse.

SG-Kapitän Johannes Golla kann Mijajlo Marsenic nicht stoppen.

Flensburg (lip) – Das Spitzenspiel der Handball-Bundesliga zwischen der SG Flensburg-Handewitt und den Füchsen Berlin hatte am Ende keinen Sieger und SG-Trainer Maik Machulla wusste nicht, ob er sich freuen oder ärgern sollte. „Eigentlich wollten wir zu Hause gewinnen, jetzt müssen wir mit diesem einen Punkt leben“, sagte er nach dem 31:31 (15:16)-Remis vor 5464 Zuschauern in der Flens-Arena. Nachdem die Füchse in der zweiten Halbzeit zwischenzeitlich bis auf vier Tore davon gezogen waren, hätte Machulla ein Unentschieden gerne genommen. „Aber in den letzten fünf Minuten hatte ich das Gefühl, dass wir noch gewinnen. Am Ende waren es Kleinigkeiten, die gefehlt haben“, sagte der SG-Coach und meinte damit auch den unglücklichen Pfostentreffer von SG-Kapitän Johannes Golla kurz vor Schluss. Auf der anderen Seite hätten die Füchse mit einem letzten Freiwurf, den Fabian Wiede über das SG-Tor setzte auch noch zum großen Spielverderber werden können.

Die SG hatte vor dem Anpfiff eine Hiobsbotschaft zu verdauen: Simon Hald fällt mehrere Wochen aus. Der dänische Kreisläufer hatte sich bei einem Zusammenprall im Nordderby bei der TSV Hannover-Burgdorf eine Fraktur des linken Schienbeinkopfes zugezogen, wie sich nach intensiven Untersuchungen inklusive MRT-Diagnostik herausgestellt hatte.

Halds Fehlen in der Abwehr machte sich bei der SG anfangs doch stärker bemerkbar. Sein Vertreter Anton Lindskog hatte gegen den dänischen Rückraum-Star Mathias Gidsel, der elf Tore für die Füchse erzielte, einen ganz schweren Stand, auch wenn Maik Machulla ihn anschließend in Schutz nahm. „Er hat die letzten Wochen nicht hundert Prozent trainieren können und das Pech gehabt auf einen der besten Spieler der Welt zu treffen. Da hätten auch andere Innenverteidiger ihre Probleme gehabt“, sagte der SG-Trainer. Nun gehe es darum, im Training den Abwehrblock besser einzuspielen.

Beide Mannschaften starteten mit viel Tempo in die Partie. Konnte sich die SG in den Anfangsminuten  zunächst eine kleine Führung erarbeiten, auch weil Flensburgs Rechtsaußen Johan Hansen (8 Tore) bei seinem Heimdebüt sofort zündete, nahmen die Berliner zunehmend das Zepter in die Hand. Beim 11:14 (22.) durch Tim Freihöfer musste Machulla erstmals eine Auszeit nehmen.

Die SG kämpfte sich wieder heran. Emil Jakobsen schaffte per Siebenmeter den 15:16-Anschluss. Im Gegenzug konnten die Füchse zwar nicht erfolgreich abschließen, aber Anton Lindskog handelte sich seine zweite Zeitstrafe ein.

Die zweite Hälfte begann gut für die SG, bei der Benjamin Buric anstelle von Kevin Møller ins Tor rückte: Magnus Rød traf zum Ausgleich und Buric führte sich gleich mit einer Parade ein. Doch dann übernahmen wieder die Berliner das Kommando. Gidsel schraubte den Vorsprung der Gäste beim 22:18 (38.) auf vier Treffer.  Doch die SG gab sich nicht geschlagen. Franz Semper und Lasse Møller kamen. Der Däne agierte zwischenzeitlich auch als Halbverteidiger, während Magnus Rød nun im Abwehrzentrum deckte.

Nach einer Parade von Benjamin Buric gegen Jacob Tandrup Holm lochte Mads Mensah zum 26:27 ein. Und die Füchse konnten ihren Gegenzug gar nicht richtig starten, da hatte Johannes Golla schon wieder den Ball und verwandelte zum 27:27 (50.) - die Flens-Arena tobte.

Die Füchse wirkten nun angeschlagen. Die SG rannte den nächsten Gegenstoß, dieses Mal über Johan Hansen. 29:28, die Führung für die SG!  Doch es blieb weiter ganz eng. Jim Gottfridsson trotzte dem drohenden Zeitspiel und traf zum 30:30 (59.)! Mathias Gidsel antwortete postwendend. Wieder übernahm Jim Gottfridsson Verantwortung und holte einen Strafwurf heraus. Emil Jakobsen behielt die Nerven und glich aus. Doch der Krimi war noch nicht vorbei: die Gäste erhielten einen letzten Neunmeter, der zum Glück nicht gefährlich wurde. Und so gab es viel Applaus von den Rängen für den tollen Fight der SG und ein großartiges Spiel von beiden Mannschaften, das letztlich wohl auch keinen Sieger verdient hatte. „Das war für jeden Handball-Fan ein Spiel zum Genießen“, meinte Maik Machulla. 

SG Flensburg-Handewitt: Buric (5 Paraden), K. Møller (2/2 Paraden, bis 21., bei einem 7m) – Golla (2), Mensah (1), Søgard (3), Gottfridsson (4), Hansen (8), Jakobsen (7/6), Semper (2), L. Møller, Lindskog, Rød (4)

Füchse Berlin: Milosavljev (5 Paraden), Kireev – Wiede (1), Darj, Holm (5), Andersson (3), Lindberg (1), Gidsel (11), Freihöfer (3), Chrintz, Kopljar, Vujovic (5/5), Marsenic (2), Drux

Schiedsrichter: Kuttler/Merz (Meckenbeuren/Oberteuringen); Zeitstrafen: 12:12 Minuten (Mensah 6, Lindskog 4, Rød 2 – Kopljar 4, Marsenic 4, Wiede 2, Andersson 2); Rote Karte: Mensah (60., dritte Hinausstellung); Siebenmeter: 6/6:7/5 (K. Møller hält zwei Mal gegen Lindberg, der einmal im Nachwurf trifft); Zuschauer: 5464.

Spielverlauf: 1:0 (2.), 2:2 (4.), 4:3 (5.), 5:5 (8.), 7:6 (11.), 7:8 (13.), 8:10 (15.), 10:11 (18.), 11:12 (20.), 11:14 (22.), 12:15 (24.), 13:16 (27.) – 16:16 (31.), 16:18 (34.), 18:19 (36.), 18:22 (38.), 20:23 (40.), 21:25 (43.), 24:25 (46.), 25:27 (48.), 27:27 (50.), 29:28 (53.), 29:30 (58.), 30:31 (60.).

Keine Veranstaltungen

Besuche uns auf Facebook!

MoinQuadrat bei Instagram