SG verteidigt die Tabellenspitze

Erster Sieg in Magdeburg seit 10 Jahren

 

Jonannes Golla steuerte acht Tore zum SG-Sieg in Magdeburg bei. Foto: SG Flensburg-Handewitt

Flensburg (mm) - Was für ein schönes Osterei! Zum ersten Mal seit fast zehn Jahren siegte die SG Flensburg-Handewitt beim SC Magdeburg. Mit dem 32:29 (18:17) verteidigte sie die Spitze der Handball-Bundesliga. Die besten Torschützen waren Mads Mensah, Johannes Golla (beide 8) und Hampus Wanne (6).

Da war Simon Hald mit nach Sachsen-Anhalt gefahren, fühlte sich am Sonntagvormittag aber unwohl und wurde zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht. So stand im Mittelblock der SG-Deckung wieder Magnus Rød neben Johannes Golla. Eine Woche nach dem Ende der Quarantäne mischte Mads Mensah wieder mit und traf gleich zum 2:3. Der Rückraum steckte gut auf Johannes Golla durch, doch die Abwehr fand zunächst kein Rezept gegen Magdeburg. Bereits nach gut elf Minuten wechselte die SG die Torhüter: Torbjørn Bergerud für Benjamin Buric. Dennoch hieß es kurz darauf 12:9. Zu allem Überfluss erwischte Jim Gottfridsson den SCM-Motor Marko Bezjak im Gesicht und kassierte die rote Karte. Kurz darauf verdrehte sich Magnus Rød bei einer Abwehr-Aktion das linke Knie. Zumindest konnte der Norweger nach einer Behandlung auf den eigenen Beinen an die Seitenlinie schreiten. Nun waren Gøran Søgard und Alexander Petersson gefordert. Die neue Defensiv-Formel lautete 5:1. Erstaunlich: Nicht bei der SG sondern bei den Magdeburgern passte nicht mehr viel zusammen. Kurz vor der Pause glich Hampus Wanne vom linken Flügel zum 17:17 aus. Und beim letzten Positionsangriff war das SCM-Gehäuse verwaist, was Gøran Søgard mit einem Distanzwurf zum Halbzeitstand bestrafte.

Auch einen 0:5-Lauf verdaut
Nach der Pause meldete sich Magnus Rød zurück – zumindest für die 6:0-Abwehr. Die SG kam glänzend aus der Kabine. Zwei Konter über Johannes Golla und Lasse Svan besorgten das 18:22. Dann musste Gøran Søgard an einem Finger behandelt werden. Kurzzeitig sprang Magnus Holpert ein. Mads Mensah übernahm Verantwortung. Johannes Golla erhöhte gar auf 20:25. Ein 0:5-Lauf brachte plötzlich wieder alles durcheinander. Bei der SG behielt vor allem ein Akteur die Ruhe: Hampus Wanne. Die SG eilte wieder davon. Gøran Søgard verwandelte einen Gegenstoß zum 27:31. Dann lief die Zeit für die SG. Und als der Ball 58 Sekunden vor Ultimo nach einem Wurf von Mads Mensah im Netz zappelte, war der 29:32-Entstand hergestellt. Zum Jubeltanz trabte Jim Gottfridsson freudestrahlend heran: Das Spitzenspiel war gewonnen.

„Es steckt eine unglaubliche Moral in der Truppe. Beeindruckend, wie meine Jungs in der Abwehr die Zweikämpfe annahmen und dass Magnus Rød sich bereiterklärte, sich tapen zu lassen und in der zweiten Hälfte zu helfen. Ich weiß gar nicht, was ich noch sagen soll. Da fällt ein Spieler aus, dann der nächste – und wir schaffen es trotzdem", freute sich SG-Trainer Maik Machulla und ergänzte:  "Zum Glück hatten wir Mads Mensah wieder dabei, der nur so vor Spielfreude sprühte. Am Ende bekamen wir die Würfe zum Glück wieder dahin, wo wir sie hin haben wollten. Das brachte uns die zweite Luft".

Weitere Stimmen zum Spiel:

Dierk Schmäschke, SG-Geschäftsführer: „Viel mehr geht eigentlich nicht, was die Mannschaft an Moral und an positivem Denken regelmäßig an den Tag legt. Alle übernahmen Verantwortung. Ein Riesenrespekt gebührt unserem Team und unseren Trainern.“

Mads Mensah, SG-Rückraumass: „Es war ein schöner Tag, wieder auf dem Spielfeld zu stehen – das hat man sicherlich auch gesehen. Es war gar nicht angenehm, das jüngste Derby vor dem Fernseher verfolgen zu müssen. Als Jim ausgeschieden war, verteilten Gøran und ich die Spielzüge gut unter uns auf.“

Johannes Golla, SG-Kreisläufer: „Es war eine unheimliche schwere Arbeit, da die Last der Verantwortung auf wenigen Schultern lag und der SCM immer sehr gut in die Eins-gegen-Eins-Situationen ging. In den letzten beiden Jahren verloren wir knapp in Magdeburg, jetzt ziehen wir uns aus diesem Sieg weiteres Selbstvertrauen.“

Bennet Wiegert, SCM-Coach: „Wir kamen gut ins Spiel, doch brachte uns ausgerechnet die rote Karte gegen Jim Gottfridsson komplett aus dem Rhythmus. Letztendlich war es ein Spiel mit vielen Geschichten und Phasen, in denen uns nur ein paar Nuancen für den Coup fehlten.“

SC Magdeburg:
Green (12/1 Paraden) – Musa (2), Chrapkowski (3), Steinert, Pettersson (3), Magnusson (7/3), Gullerud, Mertens (3), O`Sullivan (7), Bezjak (2), Damgaard (2), Preuss
SG Flensburg-Handewitt: Buric (1 Parade), Bergerud (8 Paraden, ab 12.) – Golla (8), Svan (3), Wanne (6), Jøndal, Steinhauser, Mensah (8), Søgard (4), Gottfridsson (1), Holpert, Petersson (2), Rød
Schiedsrichter: Blümel/Loppaschewski (Berlin); Zeitstrafen: 2:6 Minuten (Steinert 2 – Svan 2, Wanne 2, Gottfridsson 2); Rote Karte: Gottfridsson (21., Foulspiel); Siebenmeter: 3/3:1/0 (Green hält gegen Wanne); Zuschauer: 0
Spielverlauf: 2:0 (3.), 3:2 (5.), 4:3 (7.), 6:3 (8.), 6:5 (10.), 8:6 (11.), 10:7 (13.), 11:8 (16.), 12:9 (20.), 12:11 (23.), 13:13 (24.), 15:14 (26.), 16:15 (27.), 17:16 (29.) – 17:19 (32.), 18:22 (36.), 20:23 (39.), 20:25 (41.), 25:25 (48.), 25:27 (50.), 26:29 (54.), 27:31 (56.), 29:31 (58.).

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