Studentenleben

Vorstellung vs. Realität

Moin Studenten und alle die es noch werden wollen! Ich habe im September diesen Jahres mit meinem Studium begonnen und bin reichlich überrascht worden. Es ist viel Neues auf mich zugekommen: Neue Leute, neue Fächer, neue Aufgaben und Pflichten. Bitte was, Pflichten? Ich dachte das wäre die entspannteste Zeit, mit einer 20-Stundenwoche, Geld vom Amt und reichlich Houseparties.

Das ist leider nicht so ganz das, was ein Studium bedeutet. Ich hab’ für diesen Artikel mal mit ein paar Freunden und Kommilitonen aus meinem und höheren Semestern geschnackt und möchte euch hier das Studentenleben in der Vorstellung versus Realität präsentieren:

Fakt 1: BAföG regelt.

Ich habe wie viele direkt nach der Immatrikulationbestätigung BAföG beantragt. Nach acht langen, undurchsichtigen Seiten hatte ich’s hinter mir und der Rubel rollt, wenn auch nicht so weit wie gewünscht. Ich wusste im Voraus, dass man ein Teil des Geldes zurückzahlen muss. Aber da ich noch zuhause wohne, hatte ich die Hoffnung etwas mehr Bares zu haben. Aber das ich zwei mal jährlich das Semesterticket und alle 12 Monate ein neues, teures Adobe-Abo brauche, hatte ich so nicht bedacht. Seid also einfach froh, wenn etwas übrig bleibt. Reich wird man aber davon nicht!

Fakt 2: frei, freier, Freitag.

Du hast voll viel Freizeit, sitzt’ jeden Morgen erst um zehn im Hörsaal und gehst wieder um zwei. Wie viele, habe mir die Termine so gelegt, dass ich mittwochs komplett frei habe und freitags nach einer Veranstaltung schon Feierabend hab’.

Eine 20-Stundenwoche kommt hin! Zumindest wenn man sich auf die Anwesenheit in der Uni/Hochschule bezieht. Jedoch arbeitet man auch von Zuhause aus weiter an seinen Projekten, was nochmal im Selbststudium zumindest bei mir mindestens 10 Stunden die Woche ausmacht, wenn nicht noch mehr (variiert je Studiengang). So richtig frei hat man also an freien Tagen auch nicht. Auch das Wochenende ist nicht immer ganz sicher. Es heißt nicht ohne Grund „Vollzeitstudium“!

Wie jeder sitze ich vorbildhaft in jeder Vorlesung und hänge den Dozenten gespannt an den Lippen, wenn ich nicht gerade die Vorlesung schwänze um länger zu schlafen oder vor Langeweile Löcher in die nicht mehr so ganz weiße Decke starre.  Deshalb waren vermutlich schon in der zweiten Woche die Räume morgens nur noch zu 3/2 gefüllt.

Fakt 3: Abgeben oder Aufgeben?

Was du heute kannst besorgen, verschiebe ruhig auf morgen! Du schiebst mal wieder eine Nachtschicht, um die Aufgabe nach einer wochenlangen Frist pünktlich am nächsten Tag Punkt 08:00 Uhr abzugeben, aber hast was vergessen oder der Upload gibt eine Fehlermeldung in den letzten Sekunden aus? Dann machst du alles richtig um es falsch zu machen! Aber keine Sorge, es war nicht das letze Mal. Du wirst es so oft wiederholen, bis du genug davon hast und es wirklich früher angehst. Genau dann hast du was Wichtiges für dich in Thema Eigenverantwortung gelernt, dass sehr viel wert ist.


Fakt 4: schnell, schneller, Fast Food.

Kochen heißt nicht nur es selbst zu kaufen, sondern auch selbst zu machen. Pizza und Pommes zählen nicht. Und du solltest bedenken, dass ein Laden auch irgendwann am Samstagabend schließt. Also wenn du was für Sonntag brauchst, solltest du nicht abends zehn Minuten vor Ladenschluss um 21:50 beim örtlichen Discounter die Tür einrennen.

Besonders wenn die Essenszeiten durch ungleiche Veranstaltungszeiten variieren, ist es umso wichtiger, für sich durch eine regelmäßige und gerne nicht so ganz ungesunde Nahrungsaufnahme für sich zu sorgen. Auch wenn es in der Mensa Currywurst-Pommes gibt, erweitere deinen Horizont und probiere mal neue Gerichte aus. Glaub mir es lohnt sich!

Fakt 5: Du bist jetzt schon alt, alt genug!

Neue Stadt, erste eigene Bude oder Zimmer und doch hast du Heimweh? Deshalb geht es jedes zweite Wochenende heim. Nicht nur weil man seine Eltern lieb hat, sondern auch weil Mutti Wäsche waschen kann.

Putzen, was ist das?  Wenn sich die Teller zum schiefen Turm bei Lisa stapeln und die Krümel von vertrockneten Toast in Toaster vor sich hinkokeln, dann weiß man, dass man in einer Studenten WG ist.

Kinderbettzeit war gestern und doch geht es früh ins Bett. Irgendwann hat man genug mit massiven Schlafmangel und dreifachen Augenringen am Morgen in Veranstaltungen zu sitzen.

Fazit

Wer denkt ein Studium sei leicht, liegt schwer daneben. Aber es kommt auf die Übung und dein Herzblut an, dass du reinsteckst. Denn im Idealfall machst du genau das, wofür du dich begeisterst. Man studiert für sich! Deshalb bringt es Spaß, auch wenn es machmal anstrengend wird. Wenn du deine Veranstaltungen gut legst, dir auch mal frei nimmst, und in der einen oder anderen Vorlesung mal nicht schläfst, dann kannst du eine echt tolle Zeit auf dem Weg zum Bachelor haben.

Lukas Kindel


Ihnen hat der Artikel gefallen? Dann geben Sie uns gerne ein "Daumenhoch" oder folgen Sie uns auf Facebook, um keinen Beitrag aus Ihrer Region zu verpassen.

10.03.2020

Besuche uns auf Facebook!

MoinQuadrat bei Instagram

#------------------------------------------------------------------------------------------ # Plugilo #------------------------------------------------------------------------------------------