Was machen unsere Smartphones mit uns?

Warum wir dringend offline gehen sollten

Wer kennt es nicht? Unter Zeitdruck gerade das Haus verlassen und dabei kontrollieren, ob alles dabei ist. Haustürschlüssel, Uni-Unterlagen und Laptop sind da, doch irgendetwas fehlt. Die Taschen werden abgetastet – das Handy fehlt. Leichte Unruhe erfasst einen und man kontrolliert nochmal alle Taschen. Wenn es dann immer noch nicht auffindbar ist, bricht die Panik aus.

Diesen Moment nennen Wissenschaftler die „Nomophobie“ (No-Mobil-Phone-Phobie). Ohne unser Smartphone fühlen wir uns gehandicapt. Die Angst, eine wichtige Nachricht oder E-Mail zu verpassen, begleitet uns, bis wir es wieder in den Händen halten. Viele von uns würden nicht angeben, dass sie süchtig sind, süchtig nach ihrem Handy. Dabei ist es in unserem Alltag unverzichtbar geworden. Natürlich ist das Smartphone praktisch und erleichtert uns vieles, aber es gibt mehrere Gründe, lieber mal offline zu gehen. In den Bus einsteigen, sofort Kopfhörer rein und dabei am Handy sein, ist das typische Szenario. Wodurch sich unsere Aufmerksamkeit stark verringert. Nicht nur dass wir in Folge dessen mal unsere Haltestelle verpassen, sondern auch dass wir kein Auge für unsere Mitfahrer in dem Moment haben. Wir bemerken vielleicht nicht unsere genervten Mitmenschen, die unsere laute Musik stört. Oder die Flirt-Versuche, die von einem süßen Gegenübersitzenden kommen. Unser Handy lenkt unsere Aufmerksamkeit auf andere Dinge.

Darüber hinaus dürfen wir nicht über die gesundheitsschädlichen Auswirkungen des exzessiven Handygebrauchs hinwegsehen. Wenn wir uns traurig oder unwohl fühlen, lassen wir automatisch Schulter und Kopf hängen. Diese Körperhaltung ähnelt sehr der mit dem Smartphone verbundenen, nach vorne gebückten Haltung. Sie kann starke Nackenverspannungen verursachen und unter anderem zu einer flachen Atmung führen. Dies kann zu Gefäßerkrankungen führen, durch einen zu geringen Sauerstoffgehalt im Blut. Die mit dem Handy eingenommene Haltung nimmt Einfluss auf unser seelisches Empfinden. Sie sorgt in unserem Unterbewusstsein für schlechte bis hin zu deprimierter, gar depressiver Laune. Und unsere Selbstwahrnehmung und unser Selbstwertgefühl verschieben sich durch den ständigen Vergleich mit Social Media-Idealen und die Möglichkeit, sich dank Photoshop
zu perfektionieren.

Der Handygebrauch ist dafür kontraproduktiv. Mit Falten und Schlafentzug belohnt es uns für seine Dienste. Durch das Augenzukneifen, sobald wir etwas nicht gut auf dem Display erkennen, wird gleichzeitig ein Muskel aktiv, der das Stirnrunzeln steuert. Die typischen Stirnfalten erscheinen früher, als gedacht. Vermeidbare Schlafstörungen entstehen durch den abendlichen Gebrauch des Smartphones. Kurz vor dem Schlafen ein Blick auf das Handy führt dazu, dass das Displaylicht dem Gehirn Tageslicht vorgaukelt und wir später und schlechter einschlafen. Dies alles sind gute Gründe für uns, öfter offline zu gehen, das Handy wegzulegen und das reale Leben zu genießen.

Linea Liesenberg

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